Die Götter des Kammermusik-Olymps

Von Bratschen-Pizzicati, die wie Harfe klingen, Flötentöne aus Öl und perlende Harfenmusik.

Kammermusikkonzert der Solisten der Berliner Philharmoniker, gesehen am Mittwoch, den 2.12.15

decke
(c) Hans Sharoun/Flickr

Noch nie bin ich in einem Konzert gewesen, welches nicht durch das offensichtlich unvermeidbare Husten des öfteren gestört wurde. Vielleicht hat sich das irgendwann evolutionstechnisch miteinander verknüpft und alle Menschen bekommen zwangsweise Hustenanfälle sobald eine besonders schöne, leise Stelle gespielt wird. Nicht so in diesem außergewöhnlichen Konzert. Die komplette erste Hälfte hat kein einziger während der Stücke gehustet, fast schon ein Wunder, was nur auf die Göttlichkeit der Musiker zurückzuführen ist. Was gibt es aber auch Schöneres als wenn die Solisten der Berliner Philharmoniker Kammermusik spielen?

langlamet
Marie-Pierre Langlamet (c) Jim Rakete

Den Einstieg machte Beethoven mit seiner Serenade für Flöte, Violine und Viola. Schön spritzig und frech interpretiert, war es ein Vergnügen zu sehen wie sich die Musiker gegenseitig die Bälle zuspielten.

Kurzer Umbau und eine Harfe stand auf der Bühne. Emmanuel Pahud (Flöte) hatte sichtlich Spaß mit Marie-Pierre Langlamet an der Harfe und Antoine Tamestit (Viola) Debussy’s Sonate für Flöte, Harfe und Bratsche in all seinen Facetten auszureitzen. Von dem unglaublich schnellen Tempiwechseln mal abgesehen, hat dieses Stück eine Fülle an Farben zu bieten und man ist als Zuhörer nur am Entdecken.

Mit Ravel und seiner Sonatine blieben die drei im französischen Impressionismus der Musik und setzten an Schwierigkeitsgrad noch einen oben drauf. Salzedo arrangierte das Werk, welches eigentlich für Klavier geschrieben wurde und nachdem er selbst Harfenist war, wusste er zum Leid der Harfenisten sehr genau, was machbar war und was nicht. Nur beim Blättern dürfte er nicht mitgedacht haben, da musste Emmanuel einmal fix für Marie-Pierre umblättern, was er aber sehr elegant gemeistert hat.

emmanuel
Emmanuel Pahud (c) Berliner Philharmoniker

Bleibt noch abschließend das Streichquintett Nr. 2 von Johannes Brahms, welches mit unglaublicher Präzesion gespielt und gelebt wurde. Ach was für herrliche, romantische Musik das doch ist. Immer wieder tauchen die Melodien in den unterschiedlichen Instrumenten auf und es wird wirklich nie langweilig.

Hier gibt’s weitere spannende Konzerte der Berliner Philharmoniker

Advertisements

One thought on “Die Götter des Kammermusik-Olymps

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s